Werkzeuge sind im Gang 12… Kauf Smart, kauf im S-Markt

Als ich die Homepages namenhafter Hersteller und Anbieter im Bereich Smart Home durchforstet hatte, fühlte ich mich wie in einem großen Vergnügungspark. Es gibt eine große Produktpalette und es werden unterschiedlichste Szenarien skizziert, was man in einem Haus „intelligent“ gestalten kann. Smart Home. Intelligenz scheint in der Technik häufig ein flexibler Begriff. Spricht man in der Softwareentwicklung von künstlicher Intelligenz sind meist Systeme gemeint, die auf Grundlage von „Erfahrungen“ (Lernkorpus) „Entscheidungen“ treffen können. In der Hausautomation spricht man von Intelligenz, wenn sich das Haus dem Verhalten des Benutzers anpasst. Dies ist ein spannender Punkt. Was bedeutet Anpassung? Wo fängt Intelligenz an? Wie sollte sich ein intelligentes Zuhause verhalten? Wo soll die Intelligenz aufhören? Und wo ist die Intelligenz in einem Smart Home verankert?
Es gibt Sensoren, die Bewegung, Temperatur, Luftfeuchtigkeit und viele weitere Eigenschaften messen können. Geräte, die z.B. Licht und Musik steuern. Es gibt Leitsysteme und Steuereinheiten.
 
An sich befindet sich die Intelligenz irgendwo dazwischen, im Zusammenspiel der Sensoren, Leitsysteme und Geräte. Wenn ich durch das Haus laufe und die Musik mir dynamisch folgt, oder wenn ich morgens mit der Klospülung auch schon die Kaffeemaschine für den ersten Kaffee in Bewegung setze, empfinde ich ein Gefühl von Intelligenz. Von einer Abstimmung der Technik auf meine Bedürfnisse. Dieses Zusammenspiel sind Abläufe, die gewissen Regeln folgen. Da ich einen Raum verlasse, entsteht ein Signal. Ein Sensor erkennt anhand der Bewegung und meiner Körpertemperatur, dass ein Mensch ein Zimmer verlassen und ein anderes betreten hat. Eine „Intelligenz“ behandelt diesen Impuls. Dazu benötigt diese Intelligenz Regeln, die zu dem Ergebnis führen, andere Geräte, in diesem Beispiel Lautsprecher, an- und auszuschalten. Es ist im Übrigen für mich im ersten Schritt nicht relevant, wie diese Regeln zu Stande kommen. Es ist denkbar, dass die Regeln durch einen Benutzer initial definiert werden. Oder dass sie situativ durch den Benutzer gesetzt und durch das System „beobachtet“ werden (statistisch). Oder dass diese durch KI Verfahren auf Grundlage einer größeren Datenmenge ermittelt werden. Wichtig ist mir im Endeffekt, dass das System sich bestmöglich meinen Bedürfnissen anpasst und mein Leben bereichert.
Betrachtet man nun den Markt der Home Automation Software, trifft man auf eine Palette spannender Lösungen namenhafter Hersteller, die es ermöglichen, mehr oder weniger komplexe Szenarien abzubilden und damit das Verhalten des Hauses auf den Benutzer auszurichten. Um eine geeignete Lösung zu finden, muss man, wie immer Leben, wissen, was man eigentlich möchte. Dies ist nicht leicht, erleichtert allerdings im Nachhinein die Suche und Bewertung nach der richtigen Lösung. Daher habe ich für mich einige Eigenschaften gesammelt, die für mich wichtig sind.
 
Eine Home Automation Software sollte…
  • …benutzerfreundlich sein. Ich möchte das System bedienen und ich möchte das Gefühl haben, dass es mein Leben einfacher gestaltet.
  • …mit möglichst vielen unterschiedlichen Geräten kompatibel sein. Hierzu zählt Herstellerunabhängigkeit und Funktionsumfang der Geräte. Werden Geräte zwar unterstützt, relevante Funktionen jedoch nicht angeboten, lassen sich die Möglichkeiten nicht ausschöpfen.
  • …auf Grundlage von Regeln das Verhalten der Geräte steuern können. Hierzu müssen einzelne „Events“ der Geräte empfangen und verarbeitet werden. Diese Events sollen dann auf Grundlage der Regeln andere Geräte steuern.
  • …von Haus aus relevante Szenarien abbilden können. Jedes Szenario, welches ich direkt ohne Aufwand umsetzen kann, erlaubt mir schneller durch mein intelligentes Zuhause zu profitieren.
  • …erweiterbar sein. Da die Intelligenz der System hauptsächlich aus Empfang, Verarbeitung und Steuerung des Heims besteht, ist ein System dann besonders interessant, wenn das System an die eigenen Bedürfnisse angepasst werden kann.
  • …quelloffen sein. Da es sich beim eigenen Zuhause um eine sehr persönliche Zone handelt, sind unterschiedlichste Szenarien möglich, in denen sensible Information verarbeitet werden, die ich schützen möchte. Um hier Transparenz und Überprüfbarkeit durch mich und andere Experten zu gewährleisten, vertraue ich in diesem Projekt daher nur auf Open Source Lösungen.
  • …bestenfalls gut auf einem Raspberry Pi (Zero) laufen können. Um die Lösung 24 Stunden ohne größeren Verbrauch und Emission betreiben zu können, missfällt mir die Vorstellung, einen „richtigen“ Server oder Computer für die Automatisierung zu nutzen.
 
Auf Grundlage der genannten Kriterien möchte ich mir die Lösungen OpenHAB, FHEM, Home-Assistant, ioBroker und Domoticz anschauen. Ich bin mir zwar nicht sicher, ob ich auf richtige „Intelligenz“ treffe, hoffe aber eine ausgewogene Mitte für mein neues Smart Home auszumachen, getreu dem Motto – „Mens sana in corpore sano

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1 Antwort

  1. 12. Juni 2018

    […] hat sich OpenHAB bewährt. Es gibt natürlich auch andere Lösungen, Kollege Tobias hat in seinem Beitrag einige genannt, die sicherlich auch ein Ausprobieren wert sind. Wichtig ist dabei, dass die […]

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