Testbericht – der Flic Hub im Detail

Diesmal etwas detaillierter – mein Review zum Flic Hub, dem „Chef der schwedischen Schlauknöpfe“. Wobei ein echter Bericht über das, was den Flic Hub ausmacht, notwendigerweise die App und natürlich die Flic-Buttons beinhaltet. Soviel vorweg: in Kombination erhält man eine sehr gute Smarthome-Steuerung, die (beinahe) alle smarten Geräte kontrollieren kann.

Eines nach dem Anderen, dies soll schließlich zuvorderst eine Review für den Flic Hub sein. Also zur Hardware. Der Vergleich ist überstrapaziert und anachronistisch, aber der Hub ist in etwa so groß wie eine Zigarettenschachtel. Was die Anschlüsse betrifft, beschränkt sich Shortcutlabs auf das Nötigste: Ethernet, Audio-Klinke, Micro-USB und ein 2,5mm Klinkenstecker für den Anschluss des „IR-Blasters“ (dazu später mehr). Das war es – mehr braucht es aber nicht, schließlich dient der Hub tatsächlich nur als Brücke zwischen den Buttons und dem hauseigenen Netzwerk. Die geringen Abmessungen prädestinieren den Flic Hub dazu, irgendwo in der Ecke zu landen – was in diesem Fall nicht negativ gemeint ist. Immerhin haben die Schweden darauf geachtet, einen soliden Bluetooth-Sender einzubauen: im Gegensatz zu vielen anderen Geräten schafft es der Flic Hub, bei uns durch die eine oder andere Stahlbetondecke zu funken. Sehr lobenswert.

Never change a running system

Die Einrichtung des Flic Hubs ist recht fix erledigt. Strom anschließen – mehr braucht es für die Hardware nicht, die Verbindung stellt der Hub über Bluetooth mit der App auf dem Smartphone her (wichtig zu wissen bei Änderungen der Konfiguration: aus der Ferne lassen sich diese nicht bewerkstelligen, eine gewisse Nähe zum Hub ist unabdingbar). In der Flic App dann einfach „Add Hub“ auswählen und der Hub sollte dann recht fix gefunden werden. Sehr erfreulich auch Security-Sicht: jeder Hub ist werkseitig mit einem Passwort ausgestattet, das bei der Einrichtung eingegeben werden muss. Nach der Verbindung mit der App kann dann die Wifi-Connection konfiguriert werden – oder einfach das Ethernet-Kabel mit dem Hub verbunden werden. Viel mehr ist zum Setup des Hubs eigentlich nicht zu sagen, der nächste Schritt ist dann schon die Verbindung der schlauen Knöpfe mit dem Hub.

Immer schön lächeln – der Hub ist bereit.

Die Verbindung zwischen Hub und Flic ist ebenfalls selbsterklärend. Einen Kritikpunkt gibt es allerdings. Weil ich für diesen Artikel natürlich alle Funktionen noch einmal testen wollte, habe ich versucht, einen Flic-Button quasi neu zu konfigurieren und einem anderen Flic-Hub zuzuordnen. Großer Fehler. Schlussendlich habe ich es zwar geschafft, der Weg dorthin war aber mit viel Frust gepflastert. Zwar ist der Prozess, um einen Flic, der schon mit einem anderen Gerät verbunden ist, recht einfach (Flic ca. 6 Sekunden gedrückt halten). Allerdings gibt es keine visuelle Rückmeldung und so merkt man erst, ob es geklappt hat, wenn man den Verbindungsprozess zum neuen Gerät schon gestartet hat – und in vielen Fällen hat es eben nicht geklappt. Immerhin ist es spielend einfach, einen Flic von einem Handy zu einem anderen zu übertragen. Das macht Hoffnung darauf, dass mit einem künftigen Software-Update des Flic Hubs diese Neuzuordnung ebenso leicht funktioniert.

Die Verbindung klappt leider nicht immer so reibungslos wie hier.

Hat man den Flic schließlich mit dem Hub verbunden, sollte man ihm eine Funktion zuweisen. Die Auswahl, die Shortcut Labs inzwischen bietet, ist beeindruckend. Ob Smarthome-Devices wie Lampen, Lautsprecher von Bose oder selbst Internetservices wie GitHub oder Microsoft-Workflows – im Grunde ist für jeden etwas dabei. Für Spaßvögel gibt es sogar zwei von Flic selbst entwickelte Spiele sowie einen Furzgenerator – ausprobiert habe ich weder noch.

Mit den Flics geht beinahe alles

Besonderes Highlight aus meiner Sicht: über eine IFTTT-Integration können noch mehr Services angebunden werden und für die Bastler ist es auch möglich, einen Internet-Request anzubinden (tatsächlich benutze ich genau diese Möglichkeit fast ausschließlich). Der Flic Button reagiert dabei auf drei verschiedene Klickvarianten: Klick, Doppelklick und gedrückt halten, jede kann natürlich mit einem unterschiedlichen Service versehen werden. Für den berühmten WAF (Wife Acceptance Factor), bei mir auch KAF (Kids Acceptance)) habe ich den einfachen Klick meist mit Lichtbefehlen versehen, während ein Doppel- oder gehaltener Klick Aktionen auslösen, die weniger häufig gebraucht werden.

Flics können sich mit einem Hub oder direkt mit dem Smartphone verbinden.

Das war es denn schon mit der Einrichtung. Danach könnt Ihr Euch über eine Reihe neuer Schalter freuen. Meine Hubs sind inzwischen seit einigen Monaten im Einsatz, und auch mein Langzeitfazit könnte besser nicht sein, bisher musste ich nicht einmal die Batterien der Flics wechseln. . Die Reaktionszeit ist gut, die Flics tun das, wozu sie initial programmiert worden sind. Vor allem treten sie dabei wenig bis gar nicht in Erscheinung. Wie schon im ersten Teil erwähnt: Technik ist immer dann gut, wenn man sie nicht sieht.

Der Preis ist heiß

Nicht unerwähnt lassen möchte ich einen der wohl wichtigsten Kaufgründe: den Preis. Mit knapp 30 Euro sind schon die Flic-Buttons recht hochpreisig, der Flic-Hub schlägt zusätzlich noch einmal mit 99 € zu Buche. Für deutlich weniger bekommt Ihr die Dash-Buttons, die allerdings als Bastellösung anzusehen sind. Die Logitech „Pop“-Buttons, die ebenfalls für sich in Anspruch nehmen, Smarthome-Geräte steuern zu können, gibt es schon für knapp 70 € – wobei in diesem Falle schon eine Bridge (i.e. Hub) und zwei Buttons mit im Paket sind. Ob diese so flexibel sind wie Flic, kann ich (noch) nicht sagen. Schlussendlich gibt es noch eine Reihe weiterer Schalter für das Smarthome, eine einfache Suche bei Amazon liefert eine recht breitgefächerte Auswahl. Mein Tipp: wer schon eine Smarthome-Zentrale sein eigen nennt oder an ein bestimmtes System gebunden ist (z.B. Homematic, Innogy Smarthome oder OpenHAB), sollte sich einen Schalter suchen, der in genau dieses System passt. Wer aber eine gewisse Flexibilität und vor allem Mobilität wichtig findet (schließlich funktionieren die Flics auch sehr gut im Zusammenspiel mit einem Smartphone), der kann ohne Bedenken zu den schwedischen Schlauknöpfen greifen.

 

 

Patrick Boch

Patrick beschäftigt sich beruflich schon länger mit Sicherheit - allerdings für eine andere Zielgruppe. Privat sorgt er lieber für ein smartes - und sicheres - Zuhause.

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