Gigaset Elements: Alarmanlage in smart

Bei Sicherheitssystemen für das eigene Haus unterscheide ich gerne zwischen denen, die mitteilen, ob ein Fenster geöffnet ist (Alarmanlagen) und solchen, die mitbekommen, wenn gerade jemand versucht einzudringen (Kameras). Persönlich halte ich Ersteres für sinnvoller, weil man natürlich auch mitbekommt, wenn jemand versucht einzudringen (Fenster öffnet sich obwohl niemand zuhause ist). Diese klassische Alarmanlage gibt es schon für wenig Geld im Baumarkt zu kaufen. Warum sich also für die „smarte“ Gigaset Elements entscheiden?

Nennen wir zuerst einmal die Argumente gegen die Gigaset Elements. Da ist vor allem eines zu nennen, das aber fast alle „SmartHome“-Geräte betrifft: Fällt der Strom oder das WLAN-Netz aus, ist die Alarmanlage ausgeknockt. Das ist schon das einzige Argument gegen die Gigaset-Anlage, zumindest wenn man sie als reine Alarmanlage installiert, dazu aber mehr später.

Installation
Die Installation der kompletten Anlage, wie auch die der einzelnen „elements“ gestaltet sich vorbildlich einfach. App herunterladen, den vorgeschlagenen Schritten folgen, fertig. Worauf Ihr allerdings achten solltet: die einzelnen Elemente müssen zur Einrichtung im Pairing-Modus in die Nähe der Basisstation gehalten werden. Sprich: ihr solltet die Basisstation nicht unbedingt im tiefsten Keller installieren, vor allem aber solltet ihr die Tür- und Fenstersensoren (die festgeklebt werden) erst nach der Einrichtung an ihrem vorgesehen Einsatzort installieren.

Sind erstmal alle Sensoren installiert, gilt Plug&Play: die Elements-App bringt vorkonfiguriert schon fast alles mit, was eine Alarmanlage braucht. So gibt es beispielsweise eine „Homecoming“-Funktion. Diese kombiniert den Tür- mit dem Bewegungssensor und kann so recht genau sagen, wenn jemand nach Hause gekommen ist. Ob man lediglich gerade den Müll rausgebracht hat, weiß Elements an dieser Stelle natürlich nicht. Auf den ersten Blick scheint das für diese Funktion auch nicht weiter wichtig. Auf den zweiten Blick offenbart es einen kleinen Nachteil der Gigaset-App: komplexe Regeln selbst zu definieren ist kaum möglich. Tatsächlich gibt es unter dem Punkt „Meine Regeln“ innerhalb des Konfigurationsmenüs nicht einmal ein „+“ um eine eigene Regel zu definieren. Für Bastler mag das ein Nachteil sein, ein Großteil der Nutzer wird dagegen mit den vordefinierten Aktionen gut leben können. Zumal die App „smart“ genug ist, um mit jedem neu hinzugefügten Element eine neue Regeloption bereitzustellen.

Die App
Das Konzept, dem Nutzer möglichst viel abzunehmen zieht sich durch die gesamte App. Beim Start der App wird man – hoffentlich – mit der Aussage begrüßt, dass alles in Ordnung sei. Verschiedene Kacheln weisen zusätzlich auf weitere Ereignisse oder Status hin. Was ist zuletzt passiert, was zeigt das Bild der Kamera (sofern vorhanden) gerade an, wie viele Ereignisse gab es heute insgesamt. Alles sehr übersichtlich und nutzerfreundlich gelöst. Allerdings wird man die App wohl recht wenig nutzen (müssen), und das ist positiv zu bewerten: wie schon des Öfteren dargelegt, Technik ist dann am Besten, wenn man sie nicht mitbekommt.

Praxis
Und das lässt sich von der Gigaset-Elements Alarmanlage ebenfalls sagen: in der ganzen Zeit, in der ich sie hier installiert hatte, gab es keinen Fehlalarm. Lediglich der umgekehrte Fall traf ab und zu auf, Elements vermutete das eine oder andere Mal, es sei jemand nach Hause gekommen, obwohl wir nur die Post reingeholt haben. Vermutlich war die Zeit zwischen rausgehen und wieder reinkommen etwas zu lang.

Einen „echten“ Alarm mussten wir absichtlich auslösen, damit wir die eigentliche Funktion der Alarmanlage richtig testen konnten. Zugegeben, den Modus „Außer Haus“ haben wir relativ selten eingeschaltet. Auch wenn das mit dem zusätzlich gelieferten „Button“ eigentlich kein Problem darstellt. Auf Knopfdruck wechselt man den Modus – der Button eignet sich ideal, um ihn beispielsweise in der Nähe der Haustür zu platzieren, dann denkt man eher dran, den Modus auch wirklich zu wechseln.

Was den Alarm angeht: die Sirene haben wir nur sporadisch getestet und können sagen: sie erfüllt ihren Zweck sehr gut, die Lautstärke kann sich jedenfalls hören lassen. Und auch den neuesten Trick der Elements-Anlagen haben wir natürlich direkt ausprobiert: Alternativ zur Sirene kann eine Integration mit Philips Hue den Alarm anzeigen. Wird ein Einbruch oder Ähnliches gemeldet, schalten sich alle verbundenen Lampen mit voller Leuchtstärke an. Allerdings ist der Nutzer auf dieses Szenario beschränkt. Ein klassisches „Smart Home“ Szenario wie: schalte Lampe X an, wenn ich nach Hause komme, ist leider mit der Elements nicht möglich.

Fazit
Die Gigaset Elements hat uns als Alarmanlage sehr gut gefallen. Was der Bastler vermissen mag, ist einerseits eine flexible Regelverwaltung, andererseits eine Integration in andere Smart Home Lösungen wie HomeKit. Andererseits sind das Funktionen, die nachgeliefert werden können. Zudem handelt es sich bei den fehlenden Funktionen durchweg um SmartHome-Funktionen, die eine Alarmanlage nicht notwendigerweise benötigt. Wer eine relativ günstige, vernetzte Alarmanlage haben möchte, die zudem durch den DECT-Standard ziemlich sicher ist, der sollte und darf auf jeden Fall zur Gigaset Elements greifen.

 

Patrick Boch

Patrick beschäftigt sich beruflich schon länger mit Sicherheit - allerdings für eine andere Zielgruppe. Privat sorgt er lieber für ein smartes - und sicheres - Zuhause.

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