Der Chef der Schlauknöpfe – Flic-Hub Review

Irgendwie finde ich es immer anachronistisch, in einem Smarthome-Blog über so etwas profanes wie „Knöpfe“ zu schreiben. Andererseits sind Knöpfe schon etwas sehr praktisches. Man drückt drauf, und es passiert etwas. Einfacher kann eine Bedienung eigentlich nicht aussehen. So ist es auch bei Flic, dem schwedischen „Schlauknopf“ der schon vor drei Jahren Kickstarter erobert hat. Das „smarte“: die Knöpfe können beliebig programmiert werden. Leider ließen sich die Buttons sinnvoll nur im Verbund mit einem Smartphone nutzen – bis der Hersteller Shortcutlabs vor Kurzem den Flic-Hub vorgestellt hat.

Technik ist ja immer dann am Besten, wenn sie nicht sichtbar ist. Ein Heimspiel für schlaue Knöpfe und Schalter – einfach irgendwohin pappen und bei Bedarf drücken. Das hat bei den Flic-Buttons nicht immer so gut geklappt – schließlich funken die Flics ausschließlich über Bluetooth (kleiner Tipp am Rande: die Amazon Dash-Buttons nutzen WLAN und sind zudem günstiger – allerdings weniger Stylish und schwerer zu programmieren, mehr dazu hier), was notwendigerweise ein bluetoothfähiges Gerät voraussetzt – meist ein Smartphone. Ist diese wiederum außer Reichweite passiert beim Druck auf den Knopf nichts. Um diesem Umstand entgegenzuwirken hat Shortcutlabs jetzt den Flic-Hub herausgebracht. Wie unser Test zeigt: eine weise und gute Entscheidung.

Solo-Flics wirkten unvollständig

Ich gebe offen zu – als ich das originale Flic Kickstarterprojekt damals gesehen habe, habe ich zugeschlagen. Inklusive der Flic-Hub Crowdfunding-Kampagne, bei der weitere Flics mit im Paket dabei waren, nenne ich nun 8 Flics und 2 Hubs mein eigen. Bevor der Flic-Hub allerdings die Bühne betrat, wusste ich mit den Flics nicht so recht etwas anzufangen. Als Lichtschalter einsetzen? Gute Idee, aber im entscheidenden Moment hat man das Smartphone dann trotzdem nicht dabei. Als „Fernbedienung“ für das Handy, z.B. zur Musiksteuerung? Auch eine gute Idee, mit umgedrehten Vorzeichen: wenn ich dann mal Musik höre, habe ich den Button bestimmt nicht dabei. Solche Überlegungen waren es, die mir den Kauf der Flics zunächst etwas vermiest haben. Zum Glück kam Shortcutlabs schnell auf die Idee, nicht nur mobile Apps, sondern deren Gegenstücke für (zumindest) Linux und Mac zu entwickeln. So konnte man sich eine Art „Hub“ schon vorher basteln. Aber erst seit der Hub da ist, sind (fast) alle Flics im Einsatz.

Der Flic Hub kann tatsächlich sogar noch deutlich mehr als „nur“ der Mittelsmann für die Flic-Knöpfe zu spielen. (Optionaler) Teil der Auslieferung ist nämlich ein Infrarot-Extender, der den Flic-Hub zu einer wahren Schaltzentrale macht. Im Zusammenspiel mit der App, die ebenfalls über die Flic(Hub) Steuerung hinaus weitere Aktionen steuern kann, kann man mithilfe der Shortcutlabs-Produkte schon sehr viel im Smarthome steuern.

Hub, Flic und App als Smarthome-Steuerung

Und das Ganze funktioniert zuverlässig: Der Hub und die daran angeschlossenen Flics steuern bei mir zuverlässig Licht und einige Medien-Geräte, die Widgets aus der App verwende ich ebenfalls für diverse repetitive Aufgaben, trotzdem komme ich nach erstmaliger Einrichtung fast nie in die Problematik, Fehlersuche betreiben zu müssen oder mich über nicht funktionierende Knöpfe zu ändern. Zwar geht immer mal wieder die Puste aus – dank günstiger Knopfzelle ist das aber kein echtes Ärgernis.

Gut umgesetzt ist die Idee der schlauen Knöpfe und deren Steuermann, dem Flic-Hub, also in jedem Fall. Einmal programmiert finden die Flics schnell ihren Platz im Alltag. Bis auf wenige Mankos bringen die Schlauknöpfe ein Stück Übersichtlichkeit in die komplexe Smartphone-Welt zurück. Einfacher als «auf Knopf- druck» geht es eben nicht. 􏰀

Wie der Hub, die App und die Flics genau zusammenspielen, erfahrt Ihr im zweiten, ausführlichen Teil der Review.

Patrick Boch

Patrick beschäftigt sich beruflich schon länger mit Sicherheit - allerdings für eine andere Zielgruppe. Privat sorgt er lieber für ein smartes - und sicheres - Zuhause.

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