Bitkom-Studie: Smart Home noch unsicher

Traue nie einer Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast. Ich weiß gar nicht, von wem das Zitat stammt, aber es stimmt in den meisten Fällen. So zum Beispiel bei der neuesten Studie zum Thema Smarthome von Bitkom. Die gute Nachricht: Das Smarthome setzt sich durch. Die schlechte Nachricht: Mit den aktuell entstehenden Sicherheitsproblemen – sowohl was die Datensicherheit als auch was den Datenschutz angeht – werden wir noch lange zu kämpfen haben.

Es kommt bei Statistiken immer darauf an, wie man bestimmte Zahlen liest. Und wenn man die Zahlen aus o.g. Bitkom-Studie unter Sicherheitsaspekten analysiert, werden einige Probleme schnell sichtbar. Aber die guten Nachrichten zuerst: Smarthome setzt sich durch. Nicht nur haben inzwischen über ein Viertel aller Haushalte mindestens ein smartes Gerät im Hause, mit 70 Prozent Bekanntheit ist der Begriff Smarthome inzwischen zum Standard geworden. Und auch bei den installierten Geräten sowie den Gründen für ein Smarthome – zumindest bei einer Hälfte der Bevölkerung – gibt es aus der Perspektive der Sicherheit Erfreuliches zu berichten. 14 Prozent besitzen eine Video-Überwachung und fast zwei Drittel der Männer schafft sich ein Smarthome aus Sicherheitsaspekten an. Dazu passt, dass Schließanlagen und Alarmanlagen neben der Videoüberwachung beliebte Produkte bei den Smarthome-Interessenten sind.

Sicherheit wird ein Problem

Es gibt aber, wie schon eingangs erwähnt, auch negative Themen, die den Zahlen entnommen werden können. So fürchtet fast genau die Hälfte der Verbraucher die Installation eines Smarthomes aus Sicherheitsgründen – nicht ganz zu unrecht, wenn ich mir einen Kommentar dazu erlauben darf. Aus technischer Sicht ist vor allem bedenklich, dass zwei Drittel der Nutzer die Daten in der Cloud speichern. Interessant wäre da gewesen, ob alles in einer Cloud gespeichert wird oder ob mehrere Cloud-Dienste verwendet werden.

Ein weiterer, etwas versteckter Hinweis auf die Sicherheit findet sich in den Kommentaren von Bitkom selbst. So wird Bitkom-Präsident Achim Berg mit der Aussage zitiert, dass es in den nächsten Jahren darauf ankommt, wer die Smarthome-Plattformen betreibt. Etwas später folgt die Aussage, dass Smarthome in Zukunft so selbstverständlich sein wird wie Strom oder fließendes Wasser. Und genau da liegt das Problem: solange es konkurrierende Plattformen gibt, bzw. eigentlich noch gar keine einheitliche Plattform, wird sich Smarthome erstens nicht durchsetzen und zweitens nicht sicher sein. Es bleibt also noch viel zu tun – bis dahin ist es sicherlich hilfreich, sich verschiedene Empfehlungen anzusehen (hier oder hier), um sein Smarthome insgesamt abzusichern. 

Patrick Boch

Patrick beschäftigt sich beruflich schon länger mit Sicherheit - allerdings für eine andere Zielgruppe. Privat sorgt er lieber für ein smartes - und sicheres - Zuhause.

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Eine Antwort

  1. 20. September 2018

    […] Dann wird sich das Smarthome bei einem Großteil der Verbraucher durchsetzen, vorher nicht. Die hier zitierte Bitkom-Studie schreibt nicht umsonst davon, dass 37 Prozent der Verbraucher die […]

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