Vue vs. Ring – Kampf der Discounter-Türklingeln

Smarte Türklingeln gibt es inzwischen Einige. Platzhirsch ist dabei sicherlich die „Ring„-Türklingel, seit Kurzem sogar ein Amazon-Produkt, nachdem der Handelsriese aus Seattle den Hersteller aufgekauft hat. Auf der anderen Seite gibt es viele Herausforderer, oft aus Asien, wie z.B. die „vuebell„. Wir haben die beiden Basismodelle vuebell und die Ring-Doorbell im Test gehabt und kommen zu einem eindeutigen Ergebnis.

Smarte Türklingeln: Wenige Unterschiede

Ganz ehrlich: einen großen Unterschied zwischen beiden Türklingeln gibt es am Ende des Tages nicht. Die Basisfunktionen sind sowohl bei der vuebell als auch bei der Ring-Doorbell identisch: Klingelt es, wird über eine App auf dem Handy eine Pushnachricht versendet und man sieht, wer an der Tür war. Sucht man nach „smarten Türklingeln“ auf Amazon scheint das der kleinste gemeinsame Nenner zu sein, auf den sich alle Hersteller einigen können.

Bei unseren beiden Kontrahenten gibt es noch eine Bewegungserkennung, sprich: man kann die App so einstellen, dass eine Benachrichtigung auch dann erscheint, wenn eine Bewegung vor der Kamera wahrgenommen wird. Sicherlich praktisch, aber je nach Lage des Hauses oder der Wohnung durchaus potentiell nervig. Spannender ist da schon der „live-view“, den ebenfalls beide Klingeln anbieten.

Kommen wir zu den Unterschieden: die vuebell kommt mit einem zugehörigen Gong. Das ist recht praktisch, zumal unser „normaler“ Gong beim Anschluss der vuebell nicht mit angeschlossen werden konnte. Diese Funktion bietet Ring dagegen schon, man kann also den eigenen Gong weiterverwenden. Weiterer Vorteil von Ring: die Türklingel von Amazon kann mittels Akku betrieben werden – die vuebell muss zwingend verdrahtet werden. Gerade für Wohnungen kann der Akku ein entscheidender Vorteil sein.

Immer diese blöde Smarthome-Cloud

Aus datenschutzrechtlicher Sicht  bekleckert sich keine der beiden Klingeln mit Ruhm. Beide Hersteller sehen ihr Geschäftsmodell im Verkauf von Speicher-Abos über die Cloud. Mit der Konsequenz, dass viele Funktionalitäten, wie z.B. die Möglichkeit, Videos bzw. Fotos der Türklingelkamera länger aufzubewahren, nur mit einem Cloud-Abo verfügbar sind. Da habe ich persönlich nicht nur aus Datenschutz-Sicht, sondern auch aus sicherheitstechnischer Perspektive Bauchschmerzen. Das muss natürlich jeder für sich selbst entscheiden, aber kostentechnisch sollte man in jedem Fall erst rechnen und dann zuschlagen. Wer mehrere Smart-Home Devices sein eigen nennt, die ihre vollen Funktionsumfang nur in Verbindung mit einem Cloud-Abo bereitstellen, kommt schnell doch auf einen signifikanten Monatsbetrag. Selbst wenn eine einzelne Cloud-Lösung oft nur wenige Euro im Monat kostet.

Fazit: no Ring, no vuebell, but Doorbird!

Anyway, das Wesentliche ist gesagt, wer eine Aussage zur Bildqualität vermisst: für mich zählt hauptsächlich, dass ich erkenne, wer vor der Tür steht. Ein solches Bild muss meines Erachtens nicht in 4K vorliegen. Als Fazit kann ich für beide Kameras (wie auch für den Großteil der Konkurrenz) allerdings sagen, dass beide für mich nicht in Betracht kommen. Die für die Nutzung aller Funktionalitäten zwingend notwendige Anbindung an die Cloud liegt schwer im Magen, ebenso wie die fehlende Unterstützung von Standards oder APIs, um die Türklingeln in eine Smarthome-Lösung wie OpenHAB einzubinden. Müsste ich eine Entscheidung zwischen beiden fällen, liegt Ring aber klar vorne.

Aber welche Klingel bringt dann alles mit, was mir wichtig ist und kommt zudem ohne Cloud aus? Nach langer Recherche kommt für mich dafür eigentlich nur die Doorbird-Klingel in Frage. Deren Preisniveau liegt zwar auf den ersten Blick etwas höher, weil man aber dafür eine offene Architektur bekommt und sich somit die Cloud-Gebühren sparen kann, rechnet sich das Ganze dann doch relativ schnell. Weitere Bonus: der Hersteller der Doorbird sitzt in Deutschland. Die Doorbird wird daher auf jeden Fall als Nächstes getestet.

Patrick Boch

Patrick beschäftigt sich beruflich schon länger mit Sicherheit - allerdings für eine andere Zielgruppe. Privat sorgt er lieber für ein smartes - und sicheres - Zuhause.

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