Smarte Assistenten – Sind Alexa und Co überflüssig

Da habe ich doch letztens hier einen interessanten Artikel gelesen. Dort wurde zwar scheinbar der Apple HomePod ins Visier genommen, de facto dreht sich ein Großteil des Artikels aber um Sprachassistenten im Allgemeinen. Was soll ich sagen: ich teile prinzipiell die Meinung des Autors – komme aber zu einem ganz anderen Schluss.

Die wesentlichen Theses des Artikels kennt man aus anderen Quellen: Datenschutz, Sicherheit, künstliche Intelligenz. Betrachten wir kurz diese drei Themen, beginnend mit dem Thema Datenschutz.
Klar, mit Alexa, Siri oder Google Home holt man sich ein Mikrofon ins Haus, das dauernd mithört. Zwar werden nur Daten an die Server der Anbieter übertragen werden, wenn das jeweilige „Wake-Word“ genannt wird. Aber die Daten werden dann natürlich auch gespeichert, analysiert und verwendet. Das will ich alles nicht kleinreden – wie oben schon erwähnt bin ich ja prinzipiell mit dem Autor auf einer Wellenlänge.

SmartHome – alles Spielerei?

Desweiteren lässt der Autor durchblicken, dass er von einer Vernetzung von Geräten – dem Smart Home – nicht viel hält. Da sehe ich natürlich anders, aber in einem Punkt muss ich ihm trotzdem zustimmen: Klar, man braucht keine Alexa, um das Licht auszumachen. So ein Schalter ist schon eine verdammt clevere Erfindung. Und ehrlich gesagt, treibt Alexa mich gerne in den Wahnsinn, dann geht es aber meistens darum, dass sie nicht die Musik spielt, die ich aufgrund eines Befehls erwarte. Auf der anderen Seite ist das Smart Home schon ein Komfortgewinn. Auch für einen Fernseher braucht man eigentlich keine Fernbedienung, durchgesetzt hat sie sich trotzdem.

Zum Thema Sicherheit, die der Autor ebenfalls anprangert: da hat er einen Punkt. Natürlich gibt es durch die zunehmende Vernetzung mehr Angriffspunkte. Aber mit etwas technologischem Geschick (mein Tipp: die Router-Kaskade), und/oder der richtigen Hardware sowie einer gesunden Skepsis bei der Auswahl von SmartHome-Geräten (besonders Devices mit eigener Cloud) hält sich auch das Risiko in Grenzen.

Last, but not least, die künstliche Intelligenz. Ein wahnsinnig interessantes Thema, keine Frage, und zudem dazu geeignet, eine echte Revolution in vielen Bereichen auszulösen. Tatsächlich wird es aber noch dauern, bis wir eine „echte“ künstliche Intelligenz sehen, auch da gebe ich dem Autor Recht.

Sprachassistenten haben den Mainstream erreicht

Wo ist jetzt die große Differenz zu der Meinung des Autors mögt Ihr Euch fragen. Nun, ziemlich am Anfang des Artikels steht die Einschätzung, dass Sprachassistenten noch nicht ausgereift seien und es ggf. ratsam wäre, sich deswegen noch nicht auf diese Technologie zu stürzen. Zunächst bleibt dazu festzuhalten: die Konsumenten haben sich bereits entschieden. Alexa und Google Home sind im Mainstream angekommen. Dann haben Sprachassistenten den Vorteil, dass die „Reifung“ der Software von der Hardware unabhängig ist – die Cloud ist in diesem Fall sogar ein entscheidender Vorteil. Der entscheidende Punkt ist daher: der Autor brüstet sich damit, schon den iPod als Game Changer erkannt zu haben. Wenn er diese Rolle den Sprachassistenten abspricht, liegt er allerdings völlig daneben – Sprachassistenten werden kein vorübergehendes Phänomen sein, die Sprachsteuerung wird stattdessen viele andere Technologien verdrängen. Davon bin ich fest überzeugt.

 

Patrick Boch

Patrick beschäftigt sich beruflich schon länger mit Sicherheit - allerdings für eine andere Zielgruppe. Privat sorgt er lieber für ein smartes - und sicheres - Zuhause.

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