Amazon Dash – integriertes Smarthome super günstig

Über Integrationen in mein Smarthome habe ich in letzter Zeit ja häufiger geschrieben – und werde das auch weiter tun. Heute mal mit einem absoluten Preisbrecher-Tipp, der allerdings nicht unbedingt auf einer Einkaufsliste zum Thema Smarthome auftaucht: der Amazon-Dash Button.

Für diejenigen, die den Dash-Button noch nicht kennen: Im Prinzip handelt es sich um einen „Nachbestellknopf“. Beispiel: man schmeißt gerade die schlammigen Jeans vom Festivalwochenende in die Waschmaschine und merkt, dass kein Persil mehr da ist (man verzeihe mir die Schleichwerbung, aber das Henkel-Werk ist nur gut 1 km von mir entfernt). Was wäre es praktisch, einfach auf einen Knopf zu drücken und am nächsten Tag steht eine neue Packung Waschmittel vor der Tür. Dachte sich Amazon und erschuf den Dash-Button. Der Übrigens so heißt weil „dash“ im Englischen quasi als Synonym für Waschmittel herhält. Aber das nur am Rande. Inzwischen gibt es den Dash-Button für hunderte von Produkten.

Wie es heutzutage aber ist haben ein paar findige Hacker schnell gemerkt, dass der Dash-Button eigentlich ein WLAN-Knopf ist – und haben ihn modifiziert. Und genau das möchte ich hier beschreiben, denn: weil Amazon ja nicht mit dem Knopf an sich Geld verdienen will, sondern mit den nachbestellten Produkten, kostet ein Dash-Button läppische 5 Euro. Man vergleiche das mit anderen, smarten Buttons wie z.B. dem Flic aus Schweden.

Einbindung in OpenHAB

Ab ans Werk: nach dem gescheiterten Tradfri-Experiment nun der zweite Versuch, den Kindern einen Lichtschalter zu spendieren. Dieser gestaltet sich zunächst einmal etwas aufwendiger. Denn: wer sich das Tutorial zur Einbindung des Dash-Buttons durchliest wird einen Unterschied zu anderen Bindings für OpenHAB bemerken. Es muss eine zusätzliche Software auf dem OpenHAB-Server installiert werden. PCap4J wird benötigt, um die Anfragen des Dash-Buttons abzufangen und an eine andere Adresse zu verteilen. Damit ist der technische Trick, mit dem die Dash-Buttons umprogrammiert werden, auch schon erklärt: die Anfrage, die eigentlich an Amazon geschickt werden sollte, wird abgefangen und an OpenHAB gesendet. Was dort passiert, ist dann frei konfigurierbar, bei mir wird eben das Licht eingeschaltet.

Positiver Effekt: Jeder, der die Buttons für einen anderen als den ursprünglichen Zweck mißbraucht, wird recht fix auf die Idee kommen, dem Button die Kommunikation mit dem Internet zu verbieten. Das liegt vor allem daran, dass ansonsten jedes Mal, wenn Dash gedrückt wird, eine Push-Nachricht von Amazon erscheint („SIe haben Ihren Dash-Button fast fertig eingerichtet…“).

Genug des Vorgeplänkels. Folgt man dem o.g. Tutorial ist der Dash-Button recht fix eingerichtet. Praktischerweise gibt es nicht einmal, wie sonst in OpenHAB, die Unterscheidung zwischen „Thing“ und „Item“, es gibt nur Ersteres. Um damit aber ein Licht zu schalten, ist eine Regel notwendig. Ich will natürlich das Licht mit dem Knopf nicht nur ein- sondern auch ausschalten können, deswegen habe ich die Regel aus dem Beispiel leicht abgeändert:

rule "Dash button "
 when
 Channel "amazondashbutton:dashbutton:3a049d96:press" triggered
 then
 if (Licht_OG.state == ON) {
 sendCommand (Licht_OG, OFF)
 }
 else
 sendCommand (Licht_OG, ON)
end

Es werde Licht

Das war es dann auch schon – jetzt freuen sich die Kinder tatsächlich, dass sie Ihr Licht endlich auch vom Bett an- und ausschalten können. Eine kleine Anekdote aus dem Installationsprozess: Das Tutorial warnt davor, dass andere Amazon-Produkte ebenfalls gleichlautende Anfragen an Amazon schicken. In die Falle bin ich natürlich prompt reingelaufen. Folge: Wenn ich den Dash-Button gedrückt hatte, ging das Licht zwar an, aber teilweise erst Minuten später – um weitere Minuten später wieder auszugehen, ohne dass ich etwas getan hätte. Erst nach längerer Fehlersuche bin ich auf die Idee gekommen, dass mein Kindle diese „falschen“ Anfragen sendete und der Dash-Button selbst noch nicht funktionierte. Nun, jetzt „funzt“ es ohne Probleme und ich denke darüber nach – gerade jetzt zur Cyber-Monday-Woche – aufzustocken. Und genau das werde ich jetzt tun.

Patrick Boch

Patrick beschäftigt sich beruflich schon länger mit Sicherheit - allerdings für eine andere Zielgruppe. Privat sorgt er lieber für ein smartes - und sicheres - Zuhause.

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